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	<title>Mitreden</title>
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	<description>Predigten, Bilder und Mehr zum Nachdenken, Anregen und Mitreden...</description>
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		<title>Ein Brief an Jesus &#8211; Predigt zum Volkstrauertag zu Lk 16,1-9</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 08:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zu Lk 16,1-9 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Liebe Gemeinde! Heute am Volkstrauertag wird an vielen Orten der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft gedacht, aber auch der Soldaten, die in den Krisen und Kriegseinsätzen der heutigen Zeit ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center">Predigt zu Lk 16,1-9</p>
<p align="center"><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.</em></p>
<p>Liebe Gemeinde!</p>
<p>Heute am Volkstrauertag wird an vielen Orten der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft gedacht, aber auch der Soldaten, die in den Krisen und Kriegseinsätzen der heutigen Zeit ihr Leben lassen mussten oder traumatisiert und verstört zurückkommen. Wir erinnern in diesen Tagen an all dies, damit es nie wieder Krieg gibt oder ein Volk oder eine Volksgruppe verfolgt wird und dass wir auch weiterhin unseren Beitrag leisten, dass Menschen in Krisengebieten einigermaßen vor Gewalt geschützt werden. Wir verbinden dies mit dem Aufruf zu Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz. Nur so kann meiner Meinung nach ein Volkstrauertag begangen werden, dass wir gemeinsam nach Wegen suchen, wie wir, hier in Rengershausen / Guntershausen, in Baunatal, in Deutschland, aber auch in der ganzen Welt friedlicher miteinander umgehen können. Die Erfahrung und eben auch die Erinnerung an früheres Unrecht und erlittenes Leid, müssen dazu führen, dass wir für die Zukunft lernen, uns anders zu verhalten. Viele sehen zum Beispiel in den Einsätzen der Bundeswehr am Hindukush, aber auch in anderen Teilen der Welt so einen Beitrag zum Frieden.</p>
<p>„Lernen für die Zukunft“,<span id="more-77"></span> das könnte auch eine mögliche Aussage Jesu gewesen sein, als er seinen Jüngern das am schwersten verständliche Gleichnis der ganzen Bibel erzählte. Lukas hat es in seinem Evangelium gleich nach der Geschichte vom verlorenen Sohn gestellt. Das war der, der nichts mehr mit seiner Familie zu tun haben wollte und vorher noch von seinem Vater sein Erbteil eingefordert hat. Das Geld war schnell verschleudert und er kam wieder reumütig an bei seinem Vater angekrochen, der ihn ohne mit der Wimper zu zucken, wieder freundlich aufnahm und ihm einen neuen Anfang als Sohn schenkte. Bei diesem jungen Mann hat es offensichtlich nicht funktioniert, was Jesus in der Geschichte vom ungerechten Verwalter als klug lobt, nämlich dass er sich mit Geld Freunde gemacht hat. Doch hören Sie selbst eine der skandalträchtigsten Geschichten, die Jesus überhaupt erzählt hat, aus Lukas 16,1-9:</p>
<p>Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.</p>
<p>Liebe Gemeinde, ich weiß ja nicht wie es Ihnen jetzt mit dieser Geschichte geht, aber ich war beim ersten, zweiten und dritten Lesen etwas ratlos und bin es vielleicht immer noch. Manchmal würde ich Jesus gerne mal einen Brief schreiben und ihn fragen, was er sich bei der einen oder anderen Aussage eigentlich wirklich gedacht hat. Und genau das mache ich jetzt auch:</p>
<p>Lieber Jesus, diese Geschichte vom ungerechten Verwalter, der so dreist seinen Arbeitgeber betrügt und dann auch noch mit großer krimineller Energie die Schuldner zur Urkundenfälschung anstiftet verstehe ich nicht. Vor allem weil du am Ende das Verhalten des Betrügers auch noch ausdrücklich lobst. Ich musste sofort an die Banker und Wirtschaftsbosse unserer Zeit denken, die nur an sich denken, wie sie ihre Schäfchen auch angesichts der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise ins Trockene bringen. Willst du mit dieser Geschichte etwa sagen: Die haben Recht?! Das kann ich mir gar nicht vorstellen, weil du doch immer die Menschen dazu anstiften willst, füreinander da zu sein und für Gerechtigkeit einzutreten? Das klingt aber doch erst mal nur nach purem Egoismus.</p>
<p>Aber Moment mal, wenn ich gerade so drüber nachdenke, die Schuldner haben ja in gewisser Weise auch was davon, nämlich weniger Schulden. Wenn ich die in den Blick nehme, dann wird mir der Mann schon sympathischer. Klar, immer noch gilt das Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ und er verschleudert hier das Geld seines Chefs, aber er macht damit ja irgendwie auch was Gutes. Das ist schon ziemlich clever. Der Mann hat nichts mehr zu verlieren und steht vor dem wirtschaftlichen Aus. Arbeitslos und mit einem zweifelhaften Ruf. Der bekommt in seinem Job keine Arbeit mehr. Was also tun? Mit den Mitteln die ihm (gerade noch) zur Verfügung stehen vorsorgen. Das hat er schnell und klug erkannt. Und wenn ich’s mir recht überlege: Er hätte ja auch Geld bei Seite schaffen können, heutzutage würde das Geld dann auf einem Nummernkonto in der Schweiz landen, aber er setzt darauf, sich mit dem Geld Freunde zu verschaffen, die ihm dann hinterher helfen. Du, Jesus, hast das so formuliert: <em>„damit sie ihn in ihre Hütten aufnehmen.“</em></p>
<p>Wolltest du vielleicht sagen: Kümmert Euch um Freunde und Freundschaften, solange es noch geht?! Das wäre doch mal ein guter Ratschlag, vor allem für viele Männer… Wenn ihr euch schon dauernd ums Geld dreht und das als das wichtigste anseht, dann macht doch wenigstens was Gutes damit, denn das Geld geht irgendwann mal zu Ende und hat in der Ewigkeit schon gar keinen Bestand. Das letzte Hemd hat keine Taschen… Meintest du das mit: <em>Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.?</em> Aber der Betrug will mir einfach nicht gefallen…</p>
<p>Ach und da fällt mir noch was ein: was sollte das denn mit den Kindern des Lichtes. In der Bibel steht: <em>denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.</em> Wir hier sind doch auch Kinder des Lichts, also Menschen, die zu dir gehören. Sind wir nicht klug? Oder willst du, dass wir von den „Kindern der Welt“ etwas lernen, vielleicht: Der Ehrliche ist immer der Dumme. Nein, das wohl eher nicht, aber vielleicht könnten wir ja lernen, schnelle und kluge Entscheidungen zu treffen, wenn es um unsere Zukunft geht. Hmm, Zukunft, eigentlich handeln doch deine Gleichnisse immer von der Zukunft, die schon begonnen hat, du nennst das doch immer Reich Gottes. Meinst du vielleicht wir sollten so entschlossen auf das Reich Gottes zu gehen und handeln, wie es der ungerechte Verwalter getan hat? Also: Wenn wir vor dem Aus stehen durch eine Krankheit, Arbeitslosigkeit oder etwas anderes und wir keine wirkliche Perspektive mehr zu haben scheinen, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln das Richtige machen oder eben übertragen gesprochen: Deine Hand Jesus ergreifen, solange es noch geht, so wie Petrus, der fast im See ertrunken ist, hätte er nicht deine Hand zu fassen bekommen? Schnell noch sein Leben in Ordnung bringen solange es geht? Na, das würde jedenfalls in die Kirchenjahreszeit passen, wo wir doch gerade über Tod und Sterben und Hoffnung und Trost und was nach diesem Leben kommt nachdenken.</p>
<p>Oder wolltest du einfach nur zum Nachdenken bringen, welche Werte uns wirklich wichtig sind und was am Ende noch Bestand hat, was über den Tod hinaus wirkt? Vielleicht wolltest du ja einfach nur, dass wir uns aufregen und über all dies nachdenken. Und du wusstest ja damals auch nicht, dass eine Kommission gerade dieses Gleichnis als Predigttext für einen Sonntag ausgesucht hat, an dem wir der Opfer von Krieg und Gewalt gedenken. Obwohl, auch darin steckt ja ein Gedanke an das nahe Ende und wie ich mich da richtig verhalte. Vielleicht auch der Gedanke daran, was uns Trost und Hoffnung geben kann, über die Gewalt- und Leidbestimmte Wirklichkeit hinaus.</p>
<p>Weißt du was Jesus, mir gefällt es zwar viel besser, wenn du solche ermutigenden Dinge sagst, wie <em>„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich gebe euch neue Kraft“,</em> aber eigentlich ist es auch toll, dass du uns immer wieder Stoff zum Nachdenken gibst. Und wenn uns dieses Gleichnis vom ungerechten Verwalter darüber zum Nachdenken gebracht hat, was wir mit unserem „ungerechten Mammon“ anstellen, ob wir uns um unsere Freundschaften kümmern und wie wir dafür sorgen können, dass wir am Ende einen Platz bei dir im Reich Gottes bekommen, dann hat das Gleichnis doch seinen Zweck erfüllt.</p>
<p>Tschüss, dein nachdenklicher Henning Porrmann</p>
<p>Ps.: Natürlich weiß ich, dass ich definitiv in den Himmel komme, weil ich zu dir gehöre, aber ich könnte mich ja trotzdem auch schon jetzt ein bisschen so verhalten, wie es dem Reich Gottes angemessen ist, als ob ich schon da wäre.</p>
<p>PPs: Und das könnte uns doch auch wieder helfen aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen und den Menschen zu mehr Frieden zu verhelfen. Amen.</p>
<p><em>Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</em></p>
<p align="center"><strong>Gottesdienst am 13.11.2011 in Rengershausen um 9.30 Uhr </strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>1. </em><em>Orgelvorspiel</em></p>
<p><em>2. </em><em>Lied: EG 155,1-2 Herr, Jesu Christ, dich zu uns wend</em></p>
<p>3.  Begrüßung</p>
<p><em>4. </em><em>Lied: EG 152,1-4 Wir warten dein o Gottes Sohn</em></p>
<p>5.  EG 755 <em>(bitte anschlagen!)</em> Psalm 143</p>
<p>6.  GSV: Komm Trost der Welt</p>
<p>7.  Tagesgebet</p>
<p>8.  Schriftlesung (KV)</p>
<p>9.  Glaubensbekenntnis (KV)</p>
<p><em>10.</em><em>Lied: EG 390,1-3 Erneure mich, o ewigs Licht</em></p>
<p>11.Predigt</p>
<p>12.GSV: Von guten Mächten</p>
<p>13.Fürbitten / Vaterunser</p>
<p><em>14.</em><em>Lied: EG 562,1-3 Segne und behüte</em></p>
<p>15.Bekanntmachungen (KV)</p>
<p>16.Segen</p>
<p><em>17.</em><em>Orgelnachspiel</em></p>
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		<item>
		<title>Wie man sein Leben nicht in den Sand setzt &#8211; Predigt zu Mt 7,24-27 (9.So.n.Tr. 2011)</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 04:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zu Mt 7,24-27 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Liebe Gemeinde! Kennen Sie das auch: Im Urlaub, meistens in der Mitte des Jahres, am Geburtstag oder auch an Sylvester ist Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken und zum Neuausrichten des Lebens. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center">Predigt zu Mt 7,24-27</p>
<p align="center"><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.</em></p>
<p>Liebe Gemeinde!</p>
<p>Kennen Sie das auch: Im Urlaub, meistens in der Mitte des Jahres, am Geburtstag oder auch an Sylvester ist Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken und zum Neuausrichten des Lebens. Vielleicht haben Sie ein gutes Buch gelesen oder einfach nur lange Spaziergänge gemacht, vielleicht kommt da auch einfach nur ein Gedanke, der Sie schon lange beschäftigt hat: Eigentlich möchte ich mehr Sport machen, mehr lesen, weniger fernsehen, mich gesünder ernähren und so weiter und so fort… <span id="more-74"></span>Viele Menschen überdenken im Urlaub oder am Geburtstag ihr Leben und überlegen sich, es neu auszurichten, suchen Anregungen und Orientierung, wollen manchmal auch einfach nur wissen, was zu tun ist. Statt sich einfach so vom Leben treiben zu lassen, wollen viele Menschen ihr Leben selber gestalten und bestimmen, wofür sie sich einsetzen.</p>
<p>Manchmal kommt so ein Nachdenken über das Leben auch zu bestimmten Lebensabschnitten: Wenn das Berufsleben anfängt, wenn jemand merkt: das ist der Partner, die Partnerin mit der ich alt werden möchte, wenn die Kinder kommen, aber auch wenn sie dann auf eigenen Beinen stehen und das Haus wieder verlassen, manchmal in der Mitte des Lebens als sogenannte Midlifecrisis aber auch in anderen Krisen und wenn wir uns von lieben und vertrauten Weggefährten verabschieden müssen: Bei all diesen Gelegenheiten wird oft danach gefragt, ob nun bewusst oder unbewusst: wo will ich mit meinem Leben eigentlich hin? Was bestimmt mich und mein Leben? Was sind die Werte, die ich meinen Kindern weitergeben will? Was gibt meinem Leben seinen Halt? Worauf baut es auf? Was will ich mit der mir verbleibenden Zeit noch anfangen? Und viele Fragen mehr.</p>
<p>Im heutigen Predigttext vergleicht Jesus das Leben mit einem Haus und ich finde, das kann man auch ganz gut machen: Da gibt es verschiedene Zimmer, Türen, Fenster. Da gibt es ein Außen und ein Innen. Da gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten und ich glaube, das Haus unseres Lebens ist nie ganz fertig, immer auch eine Baustelle und passt sich immer wieder an. Zuerst brauchen wir eigentlich nur ein Zimmer, dann vielleicht eine kleine Wohnung mit zwei Zimmern und einer Küche, später wird mehr Platz gebraucht, wenn denn Kinder dazukommen, und dann auf einmal wieder weniger, wenn sie wieder ausziehen, vielleicht ist dann mehr Platz für die Werkstatt oder andere Hobbys… Da wird angebaut, renoviert, angepasst, verbessert und verschönert. Und dabei ist natürlich eine wichtige Frage: Worauf steht dieses Haus eigentlich mit all seiner Lebendigkeit und Veränderlichkeit, worauf baut es auf? Diese Frage stellt auch Jesus im Gleichnis von heute: Mt 7,24-27 Vom Hausbau</p>
<p><em>Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.</em></p>
<p>In der Krise bewährt sich, ob ein Haus auf gutem Grund steht oder nicht und dann stellt natürlich die Frage: Was ist denn der Fels, auf dem ein Leben stehen und aufbauen kann, der jedem Wind und Wetter trotzt?</p>
<p>Jesus sieht diesen Halt, dieses Fundament des Lebens, diesen Grund im Zusammenhang von Reden, Hören und Tun. Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht dem klugen Mann oder der klugen Frau. Und die Rede von der hier die Rede ist hat Matthäus genau vor diese Geschichte gestellt. Es ist die Bergpredigt, die viele konkrete Anweisungen, Orientierungen und Ratschläge enthält, wie Leben gelingen kann, wie Jesus sich unser Leben vorstellt, was wichtig ist. Eigentlich ist die Bergpredigt eine gute Zusammenfassung der Botschaft Jesu. Da steht zum Beispiel das Vaterunser als das Grundgebet unseres Glaubens, da sind ganz am Anfang die sog. Seligpreisungen, die den Maßstäben unserer doch oft von Wirtschaft und Profit bestimmten Welt entgegenlaufen: Glücklich sind die Armen, die Sanftmütigen und Friedfertigen, die Barmherzigen… Da ist die Rede davon, dass wir, die Hörerinnen und Hörer dieser Rede, Salz und Licht für die Welt sind. Liebet Eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, lesen wir da, und Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihnen auch. Und noch viel mehr lässt sich da entdecken. Wer diese meine Rede hört und tut sie gleicht dem klugen Menschen… sagt Jesus.</p>
<p>Jesus selbst nimmt sich da nicht aus. Jedenfalls ist das Matthäusevangelium genauso aufgebaut: Zuerst wird dargestellt, wie Jesus langsam in die Öffentlichkeit kommt, sich Gefolgsleute sucht und dann anfängt vom Reich Gottes zu reden. Dann fasst Matthäus die Botschaft Jesu in der Bergpredigt zusammen und anschließend wird ganz viel davon erzählt, wie Jesus Menschen beisteht, sie gesund macht, sie ermutigt und stärkt, wie er das tut, was er vorher gesagt hat. Der Schluss erzählt dann von Jesu Leiden und dem Widerstand, der ihm und seiner Lehre von der bedingungslosen Liebe Gottes hervorgerufen hatte, der ihm schließlich den Tod eingebracht hatte. Und dann die Auferstehung, die davon erzählt, dass Gott genau diesen Weg der bedingungslosen Liebe zu den Menschen bestätigt. Der Weg Jesu, die Liebe Gottes scheitert eben nicht, sondern behält die Oberhand. Nicht der Tod wird das letzte Wort über euch haben, sondern das Leben.</p>
<p>Jesus deckt also mit seinem Leben und Tun, was er in seiner Botschaft sagt. Bei ihm und man könnte sogar sagen bei Gott ist Reden und Tun ein und dasselbe. Das Wort schafft in der Schöpfungsgeschichte die Welt und das „Wort Gottes“ kommt in Jesus in diese Welt und bringt sie zurecht. Es gibt keinen Unterschied. Da wird nichts vorgegaukelt, was hinterher nicht eingehalten werden kann. Vielleicht ist das auch mit eine Faszinationen, die Jesus ausmacht, denn solche Menschen, die tun, was sie sagen und sagen was sie tun gibt es selten.</p>
<p>Aber genau das verlangt Jesus von seinen Hörerinnen und Hörern. Hören und Tun hängen unmittelbar zusammen und bilden das Fundament eines gelingenden Lebens, das auch den wildesten Stürmen standhält. Naja, ich muss es noch präzisieren: Hören und Tun dessen, was Jesus sagt bildet diesen starken Halt, er uns hilft, dass wir unser Leben nicht in den Sand setzen. Dann bildet die Bergpredigt und all die anderen Dinge, die Jesus gesagt und getan hat, die Richtschnur für unser Leben. So können wir uns und unser Verhalten immer wieder verbinden mit der Kraft allen Lebens, immer wieder zurückbinden an Werte, die wirklich Bestand haben und den Menschen dienen. Nichts anderes als dieses Zurückbinden oder eben immer wieder neu verbinden mit Gott steckt im Wort Religion, wenn man vom lateinischen religare ableitet.</p>
<p>Jesus ist es sehr ernst damit, dass wir in seiner Botschaft von der voraussetzungslosen Liebe Gottes, der uns annimmt, so wie wir sind, einen Halt finden aber dann auch diese Botschaft umsetzen und mit Leben erfüllen. Das zeigt der zweite Teil des Gleichnisses. <em>Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.</em></p>
<p>Nicht von ungefähr muss ich hier an die Sintflut denken, die gekommen ist, weil die Menschen lieber ihr eigenes Ding gemacht haben, anstatt auf das zu hören und es auch zu befolgen was Gott sagt. So jedenfalls haben es die Menschen empfunden. Wir haben Gottes Wege verlassen und darum schickt er uns jetzt die Strafe. Jesus erinnert zwangsläufig an diese Geschichte, wenn er vom Platzregen und den großen Wassern erzählt. Gott will nicht, dass seine Worte, seine Liebe ins Leere geht, sondern Früchte trägt.</p>
<p>Allerdings muss jetzt noch eins klargestellt werden. Wenn Gott will, dass wir tun was er sagt, dann ist das nicht die Bedingung dafür, dass er uns liebt und annimmt. Nicht unser Tun ist die Ursache für Gottes Liebe, sondern Gottes Liebe ist die Ursache für unser Tun. Er nimmt uns in der Taufe ohne wenn und aber und ohne irgendeine auch nur ansatzweise versteckte Bedingung an und schenkt uns seine Liebe. Dafür können wir nichts tun. Aber wir können etwas daraus machen, nämlich für unser Leben und das Leben anderer Menschen. Indem ich tue, was Gott mir aufträgt antworte ich darauf, dass ich in Gott mich liebt, annimmt und wertschätzt.</p>
<p>Das ist dann zwar keine Garantie für immer schönes Wetter. Da gibt es dann immer noch Stürme, Regen und andere Widrigkeiten, die an dem Häuschen meines Lebens rütteln und vielleicht auch mal Teile kaputtmachen, aber das Häuschen meines Lebens fällt bestimmt nicht um, weil es dann nämlich auf festen Grund gebaut ist. Und mit so einem Grund unter meinen Füßen, kann ich mich auf den Weg, Jesus auf seinem Weg zu folgen so gut ich das eben kann. Amen.</p>
<p><em>Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</em></p>
<p align="center"><strong>Gottesdienst am 21.8.11 in Rengershausen um 18.15 Uhr und in Guntershausen um 17.00 Uhr</strong></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>1. </em><em>Orgelvorspiel</em></p>
<p><em>2. </em><em>Lied: EG 155,1-2 Herr, Jesu Christ, dich zu uns wend</em></p>
<p>3.  Begrüßung</p>
<p><em>4. </em><em>Lied: EG 66,1.2.7.8 Jesus ist kommen</em></p>
<p>5.  EG 707 Psalm 18</p>
<p>6.  Tagesgebet</p>
<p><em>7. </em><em>Du bist mein Zufluchtsort (Gitarre) </em></p>
<p>8.  Schriftlesung Mt 25,14-30</p>
<p>9.  Glaubensbekenntnis S.57. Nr.7</p>
<p><em>10.</em><em>Lied: EG 354,1-3.7 Ich habe nun den Grund gefunden</em></p>
<p>11.Predigt</p>
<p><em>12.</em><em>Lied: EG 65,1-2.4.5 Von guten Mächten (Gitarre) </em></p>
<p>13.Abkündigungen</p>
<p>14.Fürbitten / Vaterunser</p>
<p><em>15.</em><em>Lied: EG 487,1-4 Abend ward</em></p>
<p>16.Bekanntmachungen (KV)</p>
<p>17.Segen</p>
<p><em>18.</em><em>Orgelnachspiel</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230; hält euch kein Dunkel mehr! &#8211; Predigt zu Mt 28,1-10 am Ostersonntag 2011 (24.4.)</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 03:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Gottesdienst am Ostersonntag (24.4.) 2011 in Rengershausen um 9.30 Uhr Predigt zu Mt 28,1-10 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Liebe Gemeinde! Verlesung des Predigttext: Mt 28,1-10 Liebe Gemeinde! „Das Leben ist hart und unbarmherzig und es gibt einfach ein paar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><strong>Gottesdienst am Ostersonntag (24.4.) 2011 in Rengershausen um 9.30 Uhr </strong></p>
<p style="text-align: center;">Predigt zu Mt 28,1-10</p>
<p align="center"><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.</em></p>
<p>Liebe Gemeinde!</p>
<p>Verlesung des Predigttext: <a title="Bibeltext hier!" href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Matth%C3%A4us28" target="_blank">Mt 28,1-10</a></p>
<p>Liebe Gemeinde! „Das Leben ist hart und unbarmherzig und es gibt einfach ein paar Dinge, die man anerkennen muss; da geht kein Weg drum herum. Unsere Wirklichkeit wird bestimmt von Menschen und Dingen die Macht über uns haben, denen wir ausgeliefert sind und unser Leben endet mit dem Tod, manchmal sogar auf eine ganz grausame Weise, langsam durch eine schwere Krankheit oder einsam und verlassen von allen lieben Menschen oder zu Unrecht verraten und verurteilt wie Jesus. Manche Dinge muss man einfach hinnehmen, wie den Tod ihres besten Freundes und des Menschen, der ihrem Leben eine Perspektive und einen Sinn gegeben hatte.“ So mögen die beiden Marias vielleicht gedacht haben, als sie auf dem Weg zum Grab waren, wie um sich diese Realität noch einmal vor Augen zu führen, wie um zu begreifen, dass Jesus tot ist. Nach dem Grab wollen sie sehen und ihrer Trauer Ausdruck verleihen.<span id="more-72"></span></p>
<p>Das Erdbeben von dem Matthäus erzählt, scheint ihren inneren Gemütszustand auszudrücken: Aufgewühlt, emotional durchgeschüttelt, keinen festen Boden mehr unter ihren Füßen spürend. Den leidenden Jesus am Kreuz noch im Herzen und vor Augen, wird dieses Bild plötzlich überstrahlt von hellem Licht, einer weißen Gestalt, einem Engel, einem Boten des Himmels, der herabkommt und den Stein vor dem Grab wegwälzt und sich draufsetzt. Eine Lichtgestalt, wie ein Blitz, blendend wie Schnee in der Sonne. Wollten die Frauen nach dem Grab sehen, ihrer Trauer und ihren dunklen Gefühlen Ausdruck verleihen, buchstäblich in die Höhle des Todes gehen um einen Toten zu besuchen, können ihre Augen jetzt gar nicht mehr nach dem Grab sehen, denn das Grab wird überflutet von Licht. Wieder mal gerät im Wirkungsbereich Gottes etwas in Bewegung, wie sie es mit Jesus schon so oft erlebt haben. Wieder mal bricht sich eine andere, eine neue Wirklichkeit in unserer harten Realität die Bahn und Dinge die vorher festgefahren schienen, ja völlig eindeutig waren, wie zum Beispiel der Satz „Tot ist Tot.“ stimmen auf einmal nicht mehr.</p>
<p>Vielleicht waren die Frauen an solch außergewöhnliche Licht- und Gotteserfahrungen schon gewöhnt, schließlich haben sie drei Jahre bei Jesus gelernt einen Blick für das Reich Gottes, für Gottes Handeln in unserer Welt zu entwickeln. Sie haben an Jesus gesehen und erfahren, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als das, was wir gemeinhin „die Realität“ nennen und die wir für unabänderlich halten. Vielleicht hatten die Frauen noch die Worte Jesu im Ohr und im Herzen, dass er gesagt hat, dass er wieder auferstehen wird, und sind deshalb nicht sofort erschrocken weggelaufen.</p>
<p>Die Wächter vor dem Grab jedenfalls konnten mit diesem Einbruch von Gottes Wirklichkeit in ihre Wirklichkeit nichts anfangen. Sie liegen da wie tot, nehmen Gottes Handeln nicht wahr aber versperren den Frauen und uns auch nicht länger den Blick auf das Wunder. Das dunkle Grab wird zum Durchgang zum hellen Licht. Der schwere Stein, der wie ein Sinnbild ist für all die Trauer, all das Schwere und Leidvolle, für all die Verletzungen, für alles Tote auch in unserem Leben, liebe Gemeinde, ist weggerollt worden. Wie um die Übermacht Gottes über den Stein des Todes zu demonstrieren setzt sich der Engel oben drauf. Hier berühren und verschränken sich die Wirklichkeit Gottes und die Wirklichkeit der Welt. Als Mittler, sitzend zwischen Himmel und Erde kündet der Engel von der Lebensmacht Gottes.</p>
<p><em>Fürchtet euch nicht! </em>Das sagen Engel immer, wenn sie als Boten von Gott kommen. Danach beweist dieser Bote Gottes großes Einfühlungsvermögen und nimmt die Frage der Frauen vorweg: <em>Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. </em>Unglaublich: Er ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Ein Wort schafft eine neue Wirklichkeit. Unsere Alltagswirklichkeit wird durchbrochen und durchdrungen von der Wirklichkeit Gottes, in der der Satz: „Tot ist tot!“ nicht mehr stimmt.</p>
<p>Und dann zeigt der Engel den Frauen das leere Grab. Jesus ist nicht mehr da, nicht am Ort der Toten, nicht mehr im Grab. Er ist auferstanden und wird ihnen vorausgehen nach Galiläa, um sich dort seinen Jüngern zu zeigen. Die Frauen sind offen für diese Botschaft, sind offen die neue Wirklichkeit Gottes. Kein: Das kann doch nicht sein! Kein Nachfragen, kein Zweifel. Sie wissen und glauben – auch wenn sie den Auferstandenen noch nicht gesehen haben: Es ist eingetreten, was Jesus immer schon gesagt hat. Die Last der Trauer und des Schmerzes ist ihnen in diesem Moment schon von den Herzen genommen, wie der Stein vom Grab weggerollt ist. Und dann haben sie es eilig. Sie wenden sich ab vom Ort des Todes, vom Grab und sehen den hellen Weg vor sich mit Jesus, dem Gekreuzigten und dem Auferstandenen an ihrer Seite. Sie fassen Mut und spüren die erste Osterfreude. Und an dieser Freude, an ihrem Glauben und an ihrer Gewissheit sollen die anderen Anteil haben. So schnell wie möglich wollen sie davon erzählen.</p>
<p>Jetzt erst begegnet Jesus ihnen. Ganz vertraut begrüßt er die beiden Frauen: Seid gegrüßt! Und wie um die neue Realität erst begreifen zu müssen, fallen die beiden Frauen nieder und umfassen seine Füße. Und Jesus nimmt ihnen ihre Furcht endgültig. <em>Fürchtet euch nicht</em>, auch wenn das, was ihr heute erlebt gegen jede menschliche Vernunft ist, in und mit dieser neuen Realität Gottes könnt ihr nun leben. Verhelft auch den anderen Jüngern und allen Menschen zu dieser Erfahrung, indem ihr es ihnen erzählt und dann werden sie mich sehen, in Galiläa. Darauf lassen sie sich gerne ein. So leben wir bis heute in dieser Wirklichkeit, die immer noch bestimmt ist von den Mächten und Mächtigen, vom Tod und Gewalt, von Verletzungen und Unfrieden und die doch umgeben ist von der Wirklichkeit Gottes, die für die Glaubenden schon angebrochen ist.</p>
<p>Das Dunkle unserer Welt wird überstrahlt vom Licht der Botschaft: <em>„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“</em> Beglänzt von seinem Lichte, hält uns kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam uns die Rettung her, dichtet der Dichter Jochen Klepper.</p>
<p>Wenn wir uns auf diese Botschaft einlassen und der Wirklichkeit Gottes trauen, dann wird auch unsere Dunkelheit hell. Dann werden auch unsere Verletzungen und unsere Trauer und all das, was in unserem Leben starr und tot ist, überstrahlt vom Licht des Ostermorgens und lebendig. Dann kommt auch in unser Leben Bewegung und Licht, wo wir es nicht mehr erwartet hätten. Dann leben auch wir in der Gewissheit, dass Gott Lebensmacht stärker ist als der Tod. Dann sehen auch wir schon im Gekreuzigten Jesus den Sieg des Lebens über die dunkle Macht des Todes.</p>
<p>Ich wünsche ihnen, liebe Gemeinde, uns allen, dass diese Gewissheit unser Leben bestimmt, dass wir mit Jesu Auferstehung aufbrechen können in die Hoffnung und in das Licht, dass Gottes Wirklichkeit sich mitten in unserem Alltag Bahn bricht und wir mit den Christinnen und Christen der ersten Stunde auf den Ruf des Engels: „<em>Der Herr ist auferstanden!“</em> voller Glauben und Vertrauen antworten können: <em>„Er ist wahrhaftig auferstanden!“</em> Amen.</p>
<p><em>Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen</em></p>
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		<title>Gott braucht keine Opfer! Predigt zu Lk 23,33-49 an Karfreitag 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 13:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Gottesdienst am Karfreitag (22.4.) 2011 in Guntershausen um 15.00 Uhr und in Rengershausen um 16.15 Uhr Predigt zu Lk 23,33-49 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Verlesung des Predigttextes: Lk 23,33-49 Liebe Gemeinde, wissen sie, was die Jugendlichen zur Zeit sagen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><strong>Gottesdienst am Karfreitag (22.4.) 2011 in Guntershausen um 15.00 Uhr und in Rengershausen um 16.15 Uhr</strong></p>
<p style="text-align: center;">Predigt zu Lk 23,33-49</p>
<p align="center"><em>Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.</em></p>
<p>Verlesung des Predigttextes:<a title="Bibeltext hier!" href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Lukas23" target="_blank"> Lk 23,33-49</a></p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>wissen sie, was die Jugendlichen zur Zeit sagen, wenn sie jemanden aus ihren Reihen ärgern oder regelrechtrecht mobben wollen: Du Opfer! Und indem dies zu jemandem gesagt wird, wird er es tatsächlich auch, nämlich das Opfer ihres Hasses, ihrer eigenen Unzulänglichkeit, ihrer Unsicherheit, ihrer Angst vor dem Anderen, ihrer eigenen Fehler und ihres Stolzes. Wer dies zu einem anderen sagt, denkt nur über die Defizite des anderen nach und legt den Finger in die Wunde und wühlt darin herum, damit er oder sie selbst nicht und niemand sonst etwa auf die Idee kommt, auf die eigenen wunden Punkte zu schauen. Diese Worte „Du Opfer!“ lenken von mir selbst ab und weisen dem Anderen, Bedrängten, dem, der sich nicht wehren kann, weil alle gegen ihn sind, zumindest viele schlechte Eigenschaften zu. Das ist im Übrigen nicht nur bei Jugendlichen so, sondern geschieht tagtäglich auch unter Erwachsenen: Mobbing, Lästern, schlechtes Reden übereinander oder gar offenes Beschimpfen. All dieses Verhalten fordert Opfer. Von den „Opfern im Straßenverkehr“ oder den „Opfern unter der Zivilbevölkerung im Krieg“ und den ungezählten anderen Opfern, die unsere sogenannte Zivilgesellschaft fordert ist oft die Rede.<span id="more-68"></span></p>
<p>Es scheint so zu sein, als begegneten uns Opfer all über all, nicht nur heute am Kreuz. Man könnte sich sogar dazu hinreißen lassen, zu behaupten, wir bräuchten Opfer. Aber wenn ja wozu brauchen wir diese Opfer? Damit wir uns gut fühlen, wenn wir jemanden anders schlecht (und damit zum Opfer) machen? Damit wir unbegrenzt schnell und am besten bis ins höchst Alter hinein automobil sind brauchen wir halt Verkehrsopfer? Und ganz perfide: Um die Zivilbevölkerung zu schützen und sie mit meist westlichen Werten zu beglücken, fordert das militärische Eingreifen eben auch Opfer. Naja und hier ist es wirklich ein echtes Dilemma, denn auch einen grausamsten Diktator wie Gaddafi einfach gewähren zu lassen, fordert natürlich Opfer. Schuldig wird man da so oder so. Schuldig wird man, weil man nicht alle Ansprüche des Lebens und der Liebe erfüllen kann. Immer bleibe ich irgendjemandem irgendetwas schuldig.</p>
<p>Gibt es also deshalb die Opferkultur? Brauchen wir Opfer, um mit unserer Schuld umzugehen, um weiterzuleben, um uns zu entschuldigen?</p>
<p>Wenn man in die Religionsgeschichte schaut, dann gibt es da eine Entwicklung. Es gab Zeiten, da wurden Menschen geopfert, um die Götter gnädig zu stimmen und um die Götter zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Manche Religionswissenschaftler sagen, damit werde die ganz normale menschliche Aggression kanalisiert und in akzeptable Bahnen gelenkt. Das Menschenopfer wurde im Laufe der Zeit abgelöst durch ein Tieropfer, das wiederum die Götter oder Gott für die Opfernden einnehmen sollte. Man vermutet, die Geschichte von der Nichtopferung Isaaks, die neulich auch schon Predigttext war, markiert solch einen Übergang vom Menschen- zum Tieropfer. Diese Praxis der Tieropfer am Tempel in Jerusalem herrschte auch noch zur Zeit Jesu und danach, nicht nur im Judentum, sondern auch in vielen anderen damaligen Religionen und Weltanschauungen. Von daher ist es zu verstehen, dass die Christen auch die Tötung Jesu als ein Opfer verstanden haben, um seinem Tod einen Sinn zu geben. Wie das unschuldige Opferlamm bekommt Jesus alle Schlechtigkeiten und buchstäblich alle Schuld der Welt aufgeladen und wird dann, wie das Opferlamm, getötet. Mit ihm stirbt die Schuld, die Schlechtigkeit und die Sünde, für die eigentlich ich geradezustehen hätte. Jesus nimmt in dieser Argumentation stellvertretend die Strafe auf sich, damit ich leben kann. Gott gibt uns seinen Sohn, sich selbst, damit wir ihn opfern können und hinterher einen gnädigen Gott haben.</p>
<p>Klingt logisch?! Wurde auch lange genug so gepredigt und auch ich habe das lange so zu sagen versucht, allerdings immer mit einem schalen Nachgeschmack. Denn die Fragen liegen doch auf der Hand und der Protest auch: Braucht Gott ein Menschenopfer, damit er uns, seine eigenen Geschöpfe lieben kann? Muss er durch eine so grausame Art, wie Jesus hingerichtet wurde, besänftigt werden, weil sonst sein Zorn alles und alle zunichtemachen würde? Ist Gott am Ende so drauf, dass er sich freut, weil die Menschen ihm seinen Sohn zum Opfer gebracht haben? Was ist das für ein Mechanismus, was wäre das für ein grausamer Gott, habe ich mich schon immer leise gefragt, und wie passt das damit zusammen, dass Jesus die Liebe gepredigt hat? Wie passt das damit zusammen, dass Gott an vielen Stellen des Neuen Testamentes als Liebe, und zwar als völlig voraussetzungslose und bedingungslose Liebe beschrieben wird? Passt in diese Liebe ein Menschenopfer?</p>
<p>Sie merken, liebe Gemeinde, dass ich das alles nicht mehr so sehen kann. Gott braucht all dies nicht und er will all dies nicht! Er liebt uns als seine Geschöpfe einfach so, auch ohne Opfer und schon vor der Hinrichtung Jesu am Kreuz. Insofern könnte man die grausame Tötung Jesu, an die wir heute denken, als Versuch der alten Religion, die Opfer brauchte sehen, sich gegen diese bedingungs- und voraussetzungslose Liebe Gottes zu wehren. Denn schließlich hebelt Jesus mit seiner Art von und mit Gott ganz direkt zu reden, vertrauensvoll und direkt zu leben, die institutionelle Religionskultur aus. Nichts braucht mehr zwischen Gott und die Menschen zu treten, wenn wir unsere Gottesbeziehung so leben wir Jesus und Gott als unseren lieben Vater oder Mutter anreden und uns als seine Kinder und Geschöpfe geliebt wissen. Wir brauchen kein Opfer, um einen gnädigen, liebevollen Gott zu haben.</p>
<p>Das war natürlich allen Vertretern der damaligen Opferkultur und der damaligen Religionen ein Dorn im Auge, ja und sogar die ersten Christen fielen schnell wieder in dieses Opferdenken zurück und konnten sich aufgrund ihres Herkommens den gewaltsamen Tod Jesu nur so erklären und ihn mit einem positiven Sinn erfüllen. Aber der Tod Jesu trägt keinen Sinn in sich, wie kein gewaltsam herbeigeführter Tod irgendeinen Sinn in sich trägt, eben weil kein noch so großes Gewalt-Opfer irgendetwas ändert an der Lieblosigkeit vieler Menschen, der Welt und unseres Zusammenlebens, geschweige denn Einfluss hätte auf Gott, der sich in Jesus als Liebe offenbart hat.</p>
<p>Wenn Gott Jesu Tod aber gar nicht braucht um sich selbst gnädig zu stimmen, warum ist Jesus dann nicht diesem gewaltsamen Tod aus dem Weg gegangen und ist geflüchtet? Weil er sonst seinen ganzen Lebensweg der unbedingten Liebe zu Gott und den Menschen verraten hätte. Jesus geht den Weg der Liebe bis zum Schluss. Er bleibt bei seiner Einstellung an der Seite der Sünder und Ausgestoßenen, der Gescheiterten und Ohnmächtigen, der ganz normalen Menschen zu stehen, ihnen allen zu helfen, sie liebevoll anzunehmen, auch wenn es schwierig wird und er in Konflikt gerät mit den Behörden, mit den Konventionen, also all dem, was MAN so macht und nicht macht. Jesus geht seinen Weg des herzlichen Vertrauens zu Gott und seiner direkten Verbindung zu ihm bis ans Ende und verzichtet bis zum Schluss auf den Mechanismus von Gewalt und Gegengewalt.</p>
<p>Und das wird auch im heutigen Predigttext deutlich, an dem was Jesus da nämlich noch am Kreuz sagt.</p>
<p><em>Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. </em></p>
<p>Das ist kein: Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt eines Gottes, der schon weiß: ich werde ja sowieso wieder auferstehen, sondern das ist die Hinwendung zu den Menschen selbst im Angesicht seines Todes. Jesus bittet Gott für sie um Vergebung obwohl sie gerade dabei sind ihn zu ermorden. Das ist die radikale Feindesliebe, von der Jesus gepredigt hat, die er von seinen Leuten verlangt. Das ist die Liebe, von der Jesus sagt: Daran soll man euch als meine Jünger erkennen. Die Henker bitten auch nicht vorher um Vergebung und dennoch wendet sich Jesus ihnen zu.</p>
<p>Auch das zweite Wort Jesu am Kreuz drückt seine Hinwendung zu den Menschen aus. Auf die Bitte des Verbrechers an seiner Seite, an ihn zu denken, antwortet Jesus ihm: <em>Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. </em>Auch er bittet nicht um Vergebung oder bereut zuerst seine Taten. Nein auch hier bleibt die Zuwendung Gottes zu ihm voraussetzungslos.</p>
<p>Vielen legt sich jetzt der Rückschluss nahe, dass der andere Verbrecher verloren ist, aber das wird hier gar nicht erzählt. Zu ihm sagt Jesus zwar nichts, aber Jesus verurteilt ihn auch nicht, jedenfalls nicht explizit. Jesus macht dem Verbrecher am Kreuz neben ihm Mut, auch im Tod und im Leiden auf Gott zu vertrauen, darauf zu vertrauen, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod und die Schuld, die er auf sich geladen hat bzw. der Grund für seine Verurteilung war. Heute wirst du mit mir im Paradies sein ruft Jesus auch heute Menschen in ihrem Sterben zu und lädt sie ein, auch am Ende ihrer Kräfte, ihres Lebens auf der Erde Gott zu vertrauen und sich seine Liebe zusprechen zu lassen, so wie auch Jesus bis zum Schluss Gott vertraut hat.</p>
<p>Das drückt sich aus in seinen letzten Worten: <em>Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!</em> Auch im Fallen weiß er sich getragen von Gottes Händen. Er stirbt beispielhaft, wie auch wir sterben können und geht so wirklich den Weg des Vertrauens bis ans Ende und über das Ende heraus, wie sich Ostern herausstellen wird. Denn Ostern wird Jesus als Opfer menschlicher Gewalt und menschlicher Mechanismen mit seiner Auferstehung wieder ins Recht gesetzt und sein Weg des Vertrauens auf Gott und der Liebe bestätigt. Aber das ist ein neues Thema.</p>
<p>Nochmal: In dieser Erzählung nach Lukas gibt sich Jesus uns als Beispiel für ein Leben im Vertrauen zu Gott. Er ist hier in der Lukas Version weder von Gott verlassen (Mt), noch der souveräne „es ist vollbracht“ Typ bei Johannes. Jesus bleibt hier in dieser Erzählung ganz Mensch, der sich im Einklang mit Gott befindet und daraus seine Kraft bekommt, Leiden und Tod zu ertragen. Wir sehen an ihm das Beispiel eines versöhnten Menschen.</p>
<p>Warum musste also Jesus leiden und sterben? Weil er mit den Sündern Gemeinschaft hatte und er alle Menschen lieb hat. Das konnten die anderen nicht ertragen. Und weil er damit ganz bei sich geblieben ist und seinen Weg der Liebe nicht verleugnet hat, sondern bis zum Ende gegangen ist.</p>
<p>Das erkennt auch der Hauptmann aus der römischen Wache unter dem Kreuz: <em>Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!</em> sagt er.</p>
<p>Lassen wir uns von diesem Vertrauen auf Gottes Liebe anstecken und lassen uns befreien von all unseren Bedürfnissen nach Opfern und den Versuchungen, andere schlecht zu machen, damit wir besser dastehen. Lassen wir uns befreien zu einer bedingungslosen Liebe. Amen.</p>
<p align="center"><em>Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</em></p>
<p align="center"><strong>Gottesdienst am Karfreitag (22.4.) 2011 in Guntershausen um 15.00 Uhr und in Rengershausen um 16.15 Uhr</strong></p>
<p><em>1. </em><em>Die Orgel schweigt</em></p>
<p>2.  Begrüßung</p>
<p><em>3. </em><em>Lied: EG 81,1.2.6.10 Herzliebster Jesu</em></p>
<p>4.  EG 731 <em>(bitte anschlagen!)</em> Psalm 69</p>
<p>5.  Bittruf</p>
<p>6.  Tagesgebet</p>
<p>7.  Schriftlesung 2. Kor 5,14-21</p>
<p>8.  Glaubensbekenntnis</p>
<p><em>9. </em><em>Lied: EG 85,1.5.9 O Haupt voll Blut und Wunden</em></p>
<p>10.Predigt</p>
<p><em>11.</em><em>Lied: EG 98,1-3 Korn das in die Erde </em></p>
<p>12.Fürbitten / Vaterunser</p>
<p><em>13.</em><em>Lied: EG 376,1-3 So nimm denn meine Hände</em></p>
<p>14.Bekanntmachungen</p>
<p>15.Segen</p>
<p><em>16.</em><em>Die Orgel schweigt immer noch</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p align="center"><em> </em></p>
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